Fabienne 03

Logo Webweiss

Gastfreundschaft - jetzt erst recht!

Gastfreundschaft  - jetzt erst recht!

In einem früheren Blogbeitrag im Mai habe ich an die jungen Berufsanwärter appelliert: Kinder lernt die Gastronomie! http://www.emotioninwork.ch/blog/kinder-lernt-die-gastronomie-eine-hommage-ein-das-schoenste-gewerbe-und-beste-lebensschule

Ein paar Monate später ist die Berufswahl für unsere Mittelschüler/innen hoch aktuell. Jetzt werden Schnupperlehren absolviert und es muss langsam entschieden werden, was man im Sommer nach der obligatorischen Schule weiter machen möchte. Das ist in der Gastronomie momentan nicht sehr einfach. Es fallen Coronabedingt Lehrstellen weg. Betriebe können das Risiko eines Schnupperlernenden, obwohl es jetzt besonders wichtig wäre, nicht eingehen.

Mich beschäftigt das Thema gerade in dieser Krisenzeit besonders stark. Die Gastronomie kämpft. Einem Gastrobetrieb werden unglaubliche Sanktionen auferlegt. Es fällt schwer, seine Leidenschaft so wie der Beruf gelernt wurde und ihn die Gastronomen im Herzen tragen, überhaupt noch auszuüben.

Masken, Desinfektionsmittel, Einschränkungen der Gästegruppen, Sperrstunden - all dies sind Herausforderungen, die es zu meistern gibt. Über all dem darf der Wirt die gute Laune nicht verlieren. Er soll weiter gastfreundlich sein. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Wenn sich die Gäste schon der Gefahr aussetzen in ein Restaurant zu gehen, dann aber bitte wenn möglich mit dem 100-prozentige Wohlfühl- und Erlebnisprogramm.

Zudem ist zu beobachten, dass dorthin, wo Gäste das Vertrauen zum Gastwirt haben und Gastfreundschaft schon zuvor gelebt wurde, die Gäste weiterhin gerne kommen.

Viele Lokale bieten wieder Take-Away an. Dies ist eine gute Alternative und war bei den Gästen während dem Lock Down im Frühling sehr beliebt. Auch Take-Away ist eine Dienstleistung, die sehr gut oder eben schlecht bewirtschaftet werden kann. Doch bei dieser Dienstleistung geht es primär darum, Essen abzugeben - meistens gut und praktischverpackt, damit es lange warm bleibt. Was dabei fehlt ist jedoch das Erlebnis, die Gastfreundschaft.

Gastfreundschaft ist die Art, wie man Gäste in einem Lokal betreut und bedient, welches Erlebnis man den Gästen bietet und welche Emotionen damit ausgelöst werden. Zum Essen gehören ein gedeckter Tisch, eine Bedienung, ein Platz, an dem man sich als Gast wohl fühlt, ein angerichteter Teller, schöne Gläser, der Schaum auf dem Kaffee, der Geruch aus der Küche, vielleicht das angenehme Kerzenlicht und die wohlwollende Stimme des Gastgebers. All dies kann Take-Away nur ganz bedingt bieten.

Und genau da sehe ich die Chancen und eben auch die Risiken der Krise für unsere Gastronomie. Der Trend geht ganz klar in Richtung Resilienz und Nachhaltigkeit. Ich denke man sucht Emotionen. Gastfreundschaft sind Emotionen pur. Social Distancing ist momentan ein Muss, doch der Trieb der Gesellschaft ist ein anderer. Darum ist es für uns ja auch so schwer, dieses einzuhalten.

Und damit möchte ich nochmals zurück auf das Thema Lernende kommen. Gastfreundschaft muss gelernt sein. Wir Schweizer haben das Dienen nicht in den Genen, wie vielleicht Länder mit Königshaustraditionen. (Habe dazu auch schon geschrieben). Doch haben wir natürlich andere Vorteile für eine gute Gastfreundschaft. Aber wie alles – es muss gelebt resp. vorgelebt werden. 


        Kinder brauchen eine entsprechende Erziehung, damit sie Gastfreundschaft lernen und leben können.

Und noch einen Input aus meinen Gedanken: Das Reisen verändert sich. Es wird wahrscheinlich ruhiger, langsamer, bewusster. Und da ist die Gastfreundschaft von grosser Bedeutung. Man sucht positive Emotionen. Man sucht das Freundliche, das Offene, die Herzlichkeit, man sucht das Schöne – das Persönliche.

Darum setzte ich mich ein und appelliere: Geben wir Sorg auf unsere Gastfreundschaft, auf unsere klassische Gastronomie, was nicht bedeutet, dass man nicht Neues machen soll, kreativ und innovativ sein und zum Teil neue Wege gehen muss. Sorg geben heisst nicht, das Neue ablehnen. Doch es bedeutet, dem alten auch Respekt und Anerkennung zu schenken, dieses zu implementieren und somit auch zu fördern.

Wir brauchen die Gaststätten. Es muss weiterhin möglich sein, Gastfreundschaft leben und vorleben zu dürfen. Dies für unsere Nachkommen in der Branche und das Gastfreundschaftsland Schweiz.


Fabienneballmer.ch
ANSTOSSEN – UNTERSTÜTZEN – BEGLEITEN 

0
Einzigartigkeit findet Dich!
Und plötzlich lernen wir Surfen

Code 7 Responsive Slider

  • Allgäu-Mediation & Executive Coaching - Home
  • Allgäu-Mediation & Executive Coaching - Home
  • Allgäu-Mediation & Executive Coaching - Home
  • Allgäu-Mediation & Executive Coaching - HomeAllgäu-Mediation & Executive Coaching - Home
  • Allgäu-Mediation & Executive Coaching - Home