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Kinder lernt die Gastronomie! Eine Hommage an das schönste Gewerbe und die beste Lebensschule

Die Gastronomie hatte es während der letzten Wochen nicht leicht und wird auch noch weiterhin auf eine harte Probe gestellt. Corona hat das soziale Leben verändert. Wie, das kann heute niemand wissen. Im Moment müssen wir uns an strenge Hygienemassnahmen und diszipliniertes Zusammenleben gewöhnen. Und auch wenn die Gastronomie und Tourismusbranche noch daran ist, sich einzugewöhnen und sich zum Teil «neu erfindet», haben die letzten Wochen bewiesen, dass es weiter geht. Irgendwie. Vielleicht trennt sich die Spreu vom Weizen – eventuell organisiert oder erfindet sich die Branche neu. Doch die beste Nachricht:

            es geht weiter.

Doch habe ich tatsächlich von einem Teenager in den letzten Wochen folgendes gehört: «Eigentlich möchte ich gerne Koch lernen, doch das ist gerade schwierig, da man ja nicht schnuppern kann und die Restaurants geschlossen sind. Und die Branche ist auch nicht die Beste, um einzusteigen.» Puuhhh dachte ich mir… Irgendwie eine weise aber schon sehr kalkulierte Aussage. Und wenn ich mich zurückerinnere, gab es solche Aussagen über die Gastrobranche schon vor der Krise. Warum nicht in eine Branche einsteigen, bei der die Margen gut sind wie z.B. in die IT-Branche. Und ein Restaurant kann ich auch sonst als Quereinsteiger öffnen.

Dies stimmt ja alles irgendwie und trotzdem empfehle ich jedem jungen Menschen, der in irgend einer Weise Menschen mag sowie Freude am Dienen, am Tourismus oder der Gastronomie hat, unbedingt eine Lehre in dieser Branche zu machen.

Denn in keiner Branche hat man so vielfältigen Kontakt zu verschiedenen Menschen. Insbesondere an der Front lernt man den gehobenen und gepflegten Umgang mit verschiedensten Menschen. Zum Umgang lernt man ein gewisses Auftreten. Man wird sich seiner Wirkung und seines Verhaltes bewusst. Oder man muss das richtige oder angepasste Verhalten zuerst noch lernen. Es ist eine Art Schule der Etikette.

Gut 99 Prozent der Menschen, denen ich begegne und die eine Ausbildung in der Gastronomie genossen haben bestätigen, dass sie sich in verschiedenen Gesellschaften schnell und unkompliziert zurechtfinden und sich entsprechend richtig verhalten. Die Sozialkompetenz, welche sie lernen ist eine Schule fürs Leben und hilft ihnen in jedem weiteren Job garantiert weiter. Meistens ist ihr Umgang lockerer, da das «Comme il faut» eintrainiert ist und sogar im Schlaf funktioniert. Freundlichkeit ist kein Fremdwort, sondern «daily business».

Jeder der schon einmal in der Gastronomie gearbeitet hat weiss: Es kann manchmal ganz schön stressig sein und vorallem physisch viel abverlangen. Die Einsatzstunden können lange sein. Somit leuchtet sicher auch ein, dass «Gastromenschen» gewohnt sind, immer etwas mehr leisten zu wollen, jedenfalls auf physischer Ebene. Ein Bankett ist nicht einfach um 5 Uhr fertig – ein Bankett ist dann zu Ende, wenn alle Gäste gegangen sind und aufgeräumt ist, ob 5, 12 oder 3 Uhr morgens. «Gastromenschen» sind keine «Minüteler», sie arbeiten bis die Arbeit erledigt ist. «Gastromenschen» sind fleissig, auch wenn sie später irgendwo anders arbeiten.

Das Wort Kommunikation und Verkauf ist in aller Munde. Alle brauchen gute Kommunikationsleute und Menschen, die verkaufen können.

Auch dies liegt den «Gastromenschen» im Blut. Denn sie verkaufen täglich, sie lernen mit jeder und jedem zu kommunizieren. Sie haben dadurch oft einen grossen Wortschatz und durch die Arbeit an der Front und das Dienen entwickeln sie ein Gespür für die Menschen. Sie lernen Empathie – und genau diese Empathie ist stets wichtig, vom einfachen Mitarbeiter bis hin zum Topmanager auf der Bank. Ohne Empathie und Umgang mit Emotionen haben unsere Kinder von morgen schon jetzt verloren.

Dass man als Koch nicht nur unter Druck arbeiten muss, sondern ein grosses Wissen über unsere Nahrung lernt, muss eigentlich nicht erwähnt werden. Kochen ist Leidenschaft, Kochen ist Kreativität, Kochen ist sich für etwas begeistern. Dies in Perfektion umsetzen, um damit bei Gästen und Kunden ein Feuer zu entfachen. Als Koch setzt man sich mit Rohstoffen auseinander, die mit Hilfe von Energie in Form von Hitze «veredelt» werden. Als Koch ist man «Gesundheitsminister», als Koch hat man eine erzieherische Aufgabe für unsere Gesellschaft, was der Umgang mit Lebensmitteln beinhaltet.

Ein Koch lernt jedoch auch, sich klaren Regeln und Hygienemassnahmen zu unterwerfen und er lernt, sich Hierarchien unterzuordnen und ein Teil eines Teams zu sein. Dadurch lernt er, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Ein Koch muss demütig sein.

Nicht zuletzt möchte ich noch einen weiteren Punkt erwähnen: Der grosse Druck, der auf unseren jungen Menschen liegt, kann einem gerade als Mutter manchmal zu schaffen machen. Und bei vielen jungen Menschen ist der Druck selbst schon gross. Sie wachsen in einer globalisierten Welt auf. Diese wurde jetzt zum ersten Mal so richtig gebremst. Die Bäume wachsen eben doch nicht bis in den Himmel. Eine Lehre lehrt unsere jungen Menschen zu arbeiten, sie lehrt sie, dass man für jeden Franken, den man verdient, etwas leisten muss und in der Gastronomie vielleicht manchmal noch etwas mehr. Doch eine Lehre gibt den jungen Menschen einen Sinn. Und nie war es wichtiger als in einer Welt, in der alles möglich ist, einen Sinn zu haben und nebst dem Portemonnaie auch die Seele zu füttern.

Aus diesen Gründen lege ich allen ans Herz, die schon mal den Funken einer Idee hatten, dass die Gastronomie und Hotellerie ihnen gefallen könnte, sich doch dort auszubilden. Nirgends kann mehr Freude und Leidenschaft entfacht werden und es bieten sich die besten Chancen, um Menschen glücklich zu machen. 


Fabienne Ballmer
ANSTOSSEN - UNTERSTÜTZEN - BEGLEITEN 

www.emotioninwork.ch


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