Fabienne 03

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Und plötzlich lernen wir Surfen

Von der Akzeptanz – Geduld und Bescheidenheit

Den heutigen Blog widme ich nur indirekt der Herzlichkeit. In den letzten 2 Wochen nimmt die innere und äussere Unruhe überall zu. Damit oft auch die einzelnen Nervenkostüme ab.

                 Die momentane Situation stellt uns alle vor neue Herausforderungen.

Ich gebe zu, auch ich bin unruhiger wie sonst, auch ich würde gerne feiern, was es zu feiern gibt, an gesellschaftliche Veranstaltungen teilnehmen, Weihnachtsmärkte besuchen, in einer Bar ungezwungen etwas trinken… Doch eben, es ist halt wie es ist.

Sorgen bereitet mir klar die wirtschaftliche Situation. Die Gastronomie, Tourismusbranche, Eventbranche und auch andere leiden unglaublich stark. Gerne kämpfe ich dafür, um zu helfen.

Doch trotz dem Gehetze usw. ertappe ich mich zwischendurch bei einer Pause eine melancholische Phase zu haben, wenn ich überhaupt momentan dazu komme, um mir Gedanken zu machen. Ich frage mich oft «warum»? Beim «warum» merke ich schnell, es gibt keine wirkliche Erklärung, ausser dass es Fakt ist, dass es ein Virus gibt. Darum schweife ich dann schnell zur Frage; «was sollen wir lernen» und «was wird anders, wenn das Virus besiegt ist, wenn dies überhaupt möglich ist»? Wo liegen in dieser noch so miserablen Situation unsere Chancen?

Ich zähle mich nicht zu den Verschwörungstheoretikern. Trotzdem philosophiere ich zwischendurch über den höheren Sinn? Ok – muss denn alles einen Sinn haben? Ich gebe zu, wenn ich darüber nachdenke, kommt immer schnell der Gedanke, dass es momentan Tatsache ist, dass man bei dem Thema Corona sich kaum mehr seine Gedanken zu äussern traut, wenn diese von der generellen Staatsmeinung oder dem Massnahmenpaket abweichen.
Dies stimmt mich, als Kind aus liberalem Haushalt mit demokratischer Erziehung, nicht sehr zuversichtlich. Denn ich habe gelernt, dass man verschiedene Meinungen akzeptieren kann, ohne dass man den Menschen hinter einer Meinung in Frage stellt oder gar abwertet. Seit Corona scheint dies anders zu sein. Es dünkt mich, Corona klingt schon fast wie eine Religion.

Doch zurück zum Sinn. Wenn ich es mit einer Metapher vergleiche, kommt es mir vor, als würden wir momentan alle gegen eine Welle kämpfen. Welle passt, ja. Anstatt, dass wir mit der Welle gehen, vielleicht sogar aufsteigen, uns anpassen, das Ziel haben, dass wir mit der Welle ans Ufer kommen, dass nach dem hohen Wellengang sich die Gewässer wieder beruhigen, und das Aufgewirbelte sich wieder legt, so kämpfen wir. Nach einem Sturm ist das Wasser meistens klarer wie vorher und vielleicht auch die Anordnung der Sanddünen, Tiere etc, etwas anders wie vorher.

Solange wir jedoch gegen die Welle kämpfen, kommt immer noch eine Nächste. Wir tauchen ab, strampeln an Ort und dann tauchen wir wieder auf, bis die nächste Welle anzurollen kommt.

Anstatt mit der Welle mit zu reiten. Sogenanntes Wellenreiten. Zu akzeptieren, dass sie da ist, mitgehen, uns mit ihr an den Strand treiben lassen und dann einfach mal warten - warten, bis sich alles beruhig hat.

Und vielleicht ist genau da der tiefere Sinn der Krise. Vielleicht sollten wir akzeptieren, dass momentan nicht alles oder sehr viel nicht möglich ist. Dass wir Dinge anders machen müssen. Endlich annehmen, dass wir ein paar Gänge runter schalten sollten. Vielleicht müssen wir lernen zu akzeptieren, dass der Höhepunkt der Ernte vorbei ist und wir wieder etwas bescheidener werden müssen und es endlich auch wieder Zeit ist, um zu sähen und zu pflegen. Achtsam mit dem umgehen was man hat.

Traurig ist, dass bei dieser Krise das ganze gesellschaftliche Leben darunter leidet – die Vergnügungsaktivitäten wurden uns fast ausschliesslich genommen. Doch sind es nicht genau diese Dinge die uns oftmals die Ablenkung von uns selbst gegeben haben - uns kaum mehr zur Ruhe kommen liessen. Alles wollte und musste man mitmachen, sehen und erlebt haben. Jetzt wird es ruhiger, wie schon bei der ersten Welle im Frühling – man ist wieder vermehrt zuhause. Mit dem Unterschied zum Frühling, dass es jetzt draussen dunkler und kälter wird und nicht heller und wärmer wie im März. Vielleicht sind wir im Frühling auch einfach abgetaucht und haben uns vor der Welle in Sicherheit gebracht, uns an Ort und Stelle still gehalten. Wirklich auf der Welle reiten wollten wir nicht, trotz Look Down sind wir nicht wirklich mit ihr gegangen. Wir sind aufgetaucht, nachdem wir gekämpft haben, erschöpft vom Widerstand und den Ängsten, die wir aushielten. Trotzdem wollten wirschnell zurück – zurück zum alt gewohnten. Wir waren vielleicht übermutig, weil wir dachten, wir seien stärker als die Wellen – die Natur – dachten vielleicht wir könnten sie überlisten.

Und plötzlich war sie da - die nächste, die Zweite. Noch mitten in unserem Kampf gegen gewisse Tatsachen, gegen die Natur, gegen den Wandel.

Und jetzt schwimmen wir mit ihr, gegen sie, kämpfen, schreien, fluchen, sind verzweifelt und frustriert. Doch akzeptieren wir sie nun wirklich? Immer noch möchten wir weiter machen wie zuvor, rebellieren, haben Angst und stehen im Widerstand. Und still um uns wird es langsam. Vielleicht dann erst recht laut in uns?

Es ist Realität, die Wirtschaft wird leiden, die Zeiten wo man ernten konnte ohne gross zu sähen und pflegen sind vorbei. Doch können wir dies akzeptieren? Können wir akzeptieren, dass der Meeresgrund nicht mehr sein wird wie vorher? Dass Gewisses mitgerissen wurde durch die Kraft und Macht der Welle. Dass wir Neues aufbauen müssen? Und haben wir die Geduld dann wieder zu sähen, zu hoffen, zu arbeiten, positiv zu sein und zu warten bis wir wieder ernten dürfen? Oder warten wir auf eine weitere Welle?

Und was hat das mit Herzlichkeit zu tun werdet ihr Euch fragen? Ganz viel. Denn um mit einer Welle mitzugehen, sie zu akzeptieren, braucht es Offenheit und Zuversicht. Dies geht nur mit offenem Herzen, denn so ist man weich, beugsam und lernfähig auf sein Verhalten bezogen – offenherzig. Und genau solche Menschen brauchen wir in der Zukunft mehr denn je. Darum behaupte ich, dass die herzlichen, offenen und somit authentischen Menschen die Sieger der Krise sein werden und vielleicht das Wellenreiten für einige auch zum Vorteil werden könnte.

Fabienneballmer.ch

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